Brandy de Jerez: Ein Branntwein zum Verlieben

Von Cira López
Brandy

Brandy de Jerez: Ein Branntwein zum Verlieben - Drinks&Co

Was ist Brandy? Sind Cognac und Armanac Brandysorten? Was bedeutet Brandy de Jerez wirklich? Wenn Sie die Antwort auf all diese Fragen suchen, sind Sie bei uns genau richtig!

Was ist Brandy?

Brandy – auch Branntwein genannt – ist ein Destillat, das aus Früchten und nicht aus Getreide produziert wird. Viele Brandys werden durch Destillation von Wein hergestellt, der aus vergorenen Trauben, Äpfeln, Kirschen oder Pflaumen gewonnen wird.

Damit diese Spirituose offiziell als Branntwein bezeichnet werden kann, müssen die Früchte destilliert und nicht in Wein eingeweicht werden. Der erste wichtige Punkt: Brandy ist kein Likör, sondern ein Destillat mit einem Alkoholgehalt von 36-45% Vol.

Der zweite zu berücksichtigende Punkt ist die Reifung: Um sein volles Potenzial zu entfalten, durchläuft Brandy eine bestimmte Reifung (mit Ausnahme des peruanischen Pisco, wie wir später sehen werden). Diese Reifungszeit verleiht dem Brandy seine charakteristische goldene Farbe und seine weiche Textur. Von diesem Zeitpunkt an kann er viele Formen annehmen.

Brandysorten

Cognac

Er wird hauptsächlich aus der Rebsorte Ugni Blanc hergestellt (kann aber auch aus anderen seltenen Sorten gewonnen werden). Nach einer doppelten Destillation in Kupferbrennblasen wird Cognac mindestens zwei Jahre in Eichenfässern gereift.

Bei der Herstellung von Cognac werden Zusatzstoffe wie Karamell, Zucker und Eichenholzextrakt beigefügt, um die Farbe und das Erscheinungsbild des Destillats zu verbessern oder die Aromen abzurunden. Damit ein Cognac auch so bezeichnet werden kann, muss der gesamte Prozess (Ernte, Wein, Destillation und Reifung) im französischen Departement Charentes, einem begrenzten geografischen Gebiet des Landes, stattfinden.

Martell, der 1715 gegründete Cognac-Hersteller von international anerkannter Qualität, verkörpert das einzigartige Geschmacksprofil von Brandy wie kein anderer.

Martell Cordon Bleu

Martells Identität basiert auf drei Elementen: Eleganz, Komplexität und Ausgewogenheit. Der Einfluss der Region Borderies, ein kleines und wunderschönes Gebiet in der Cognac-Region, verleiht dem Martell Cordon Bleu seinen einzigartigen Charakter. Seine Geschmacksnoten von Karamell und  süßen Gewürzen werden durch die Aromen von gerösteten Kakaobohnen unterstrichen.

Christophe Valtaud, der Kellermeister von Martell, hat ihn als „einen Cognac für wahre Kenner“ bezeichnet. Dieser Premium-Cognac ist ein wahres Juwel, das bei den wichtigsten Anlässen nicht fehlen darf.

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Armagnac

Armagnac wird hauptsächlich aus der Rebsorte Folle Blanche – auch Piquepoul genannt – gewonnen, doch es können bis zu neun verschiedene Sorten für die Herstellung verwendet werden. Er durchläuft eine spezielle Destillation in kontinuierlichen Brennblasen bei niedrigeren Temperaturen als beim Cognac (zwischen 52% und 60% Vol., im Vergleich zu 70% Vol. beim Cognac), was ihm seine fruchtigen und blumigen Aromen verleiht. Der Inhalt einer Flasche Armagnac besteht aus einer Mischung verschiedener Destillate, die bis zu 10 Jahre in Eichenfässern gereift sind. Wie der Cognac muss auch der Armagnac in einem bestimmten Gebiet hergestellt werden, damit er Armagnac genannt werden darf. 

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Pisco

Pisco ist ebenfalls ein Weinbrannt, das im Bezug auf seine Herkunft Unterschiede aufweist. Peruanischer Pisco wird meist nicht gereift und wenn doch, dann in neutralen Behältern, damit seine Aromen nicht beeinträchtigt werden. Sein chilenisches Äquivalent hingegen wird in der Regel in Eichenfässern veredelt. Pisco wird aus Rebsorten hergestellt, die einst von spanischen Siedlern in die Region Ica gebracht wurden. Er zeigt subtile, fruchtige und blumige Noten, die sich jedoch stark von Armagnac unterscheiden.

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Spanischer Brandy und Brandy de Jerez

In Spanien wird Brandy hauptsächlich aus der Airén-Traube hergestellt. Wird er jedoch in der geschützten Indicación Geográfica (IG – Angabe für geografische Ursprungsbezeichnung) der südlichen Region Jerez in Andalusien hergestellt, handelt es sich um Brandy de Jerez. Dies ist in der Regel ein Zeichen für Qualität, denn die besten Brandys werden in diesem Gebiet produziert. Um als Brandy de Jerez zu gelten, reicht es aus, wenn nur der Reifungsprozess und nicht der gesamte Prozess im Marco de Jerez, dem geschützten Produktionsgebiet, zugelassen ist.

Was unterscheidet den Brandy de Jerez von anderen Brandys? Er muss drei Jahre lang in Eichenfässern reifen, in denen zuvor Sherry-Weine* (Fino, Amontillado, Manzanilla, Pedro Ximénez usw.) gelagert wurden. Was die verschiedenen Brandys de Jerez unterscheidet, ist der ursprüngliche Inhalt der Fässer. 

*Lesen Sie mehr über das Thema Sherry-Weine hier.

Außerdem erfolgt die Reifung – wie bei Sherryweinen – durch das Solera-System-Verfahren , ein dynamischer Prozess, der verschiedene Schritte vorsieht, bis die letzte Reifungsstufe, die Solera, erreicht ist (eine Reihe von Fässern, die auf Bodenhöhe aufgereiht sind).

Dieser aufwändige Prozess erfordert Fachwissen und das besondere Fingerspitzengefühl eines Master Blenders.

Der Brandy de Jerez ist, kurz gesagt, ein ganz besonderer, einzigartiger Brandy. Denn die Veredlung in Sherryfässern verleiht ihm außergewöhnliche oxidative und nussige Noten, was ihn zum Teil des spanischen Kulturerbes macht.

Wie genießt man Brandy de Jerez am besten?

Wie ein guter Cognac oder Whisky, wird Brandy de Jerez am besten pur getrunken. Um das Geschmackserlebnis in vollen Zügen zu genießen, empfiehlt es sich, den Brandy in einem „Kelchglas“ mit einem kurzen Stiel und einer Kapazität von 500 bis 750 ml zu trinken. 

Damit sich die Aromen am besten entfalten können, sollten nicht mehr als ⅕ des Fassungsvermögens Ihres Glases füllen. Umschließen Sie das Glas mit der Hand, um den Inhalt auf einer relativ hohen Temperatur zu halten. 

Wenn Sie ihn lieber etwas kühler trinken möchten, wählen Sie ein Weinprobierglas und halten es direkt am Stiel. Sie können den Brandy auch auf Eis trinken, in diesem Fall wählen Sie ein niedriges Trinkglas oder ein Cognacglas.

Brandy de Jerez ist auch unter den Barkeepern beliebt und ein wichtiger Teil der Cocktailszene. Sie können jeden Cognac-Cocktail durch Brandy ersetzen. Ein klassisches spanisches After-Dinner-Getränk ist der sogenannte „Carajillo“: ein Espresso mit einem Schuss Brandy de Jerez – das perfekte Heißgetränk für die kalte Jahreszeiten – einfach zum Verlieben!

Jetzt, wo Sie mehr über Brandy de Jerez wissen, ist es an der Zeit, einen dieser spanischen Weinbrände auszuwählen.

Barbadillo Brandy de Jerez Solera Gran Reserva

Eine klare Empfehlung ist Barbadillo, ein berühmtes spanisches Sherry-Haus mit einer mehr als hundertjährigen Geschichte, das unter anderem diesen hervorragenden Solera Gran Reserva herstellt. Diese Bezeichnung entspricht den Brandys mit der längsten Reifezeit. Er wird aus Palomino Fino, der bekanntesten Rebsorte von Jerez, hergestellt und reift mehr als zwanzig Jahre lang in Criaderas und Soleras, was ihm seinen komplexen und ausgewogenen Charakter verleiht. Er präsentiert eine goldene Bernsteinfarbe und am Gaumen ist er warm und trocken mit Vanille-, Eiche- und Röstnoten.



Dieser Artikel wurde von Natalia Henning übersetzt und im Original von Cira López geschrieben: Brandy de Jerez: qué es y por qué vas a amarlo

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