Cocktails & Jazz

Von Miriam Reis
Cocktails & Jazz

Cocktails & Jazz

Am 30. April feiern Fans des improvisierten Musikstils den International Jazz Day. Der im Jahr 2012 von der UNESCO initiierte Welttag würdigt die künstlerische und kulturelle Bedeutung des Jazz und seiner Wurzeln.

„Jazz wäscht den Staub des Alltags fort.“

Ende des 19. Jahrhunderts entsteht in den USA der Jazz. Ein neuer Musikstil, in dem die afrikanische und europäische Kultur miteinander verschmelzen. Er ist eine stilistische Weiterentwicklung aus Gospel, Blues, Boogie-woogie, Marching Bands, Ragtime und Swing und zählt zu den einflussreichsten Genres der Musikgeschichte.

Jazz steht seit jeher für musikalische Selbstbestimmung: Die frei interpretierten Stücke orientieren sich an der Grundmelodie, es existiert jedoch keine festgelegte Partitur. Gleichzeitig symbolisiert er das legendäre Nachtleben in Bars und Clubs Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts. In Städten wie Chicago, New Orleans, Paris und Berlin wurde aber nicht nur Musikgeschichte geschrieben, Jazz stimulierte auch die Kreativität der Barmen bei der Erfindung neuer Cocktails

Take Five:* Wir stellen Ihnen heute fünf berühmte Persönlichkeiten des Jazz vor. Damit Sie deren Klassiker in vollen Zügen genießen können, legen wir das passende Cocktailrezept zum Musikstück oben drauf.

*Eine Anspielung auf das gleichnamige Musikstück des Dave Brubeck Quartet, eines der berühmtesten und bekanntesten in der Geschichte des Jazz.

Miles Davis & The Gold Rush

Der in Alton, Illinois, geborene Miles Davis ist einer der wichtigsten, innovativsten und einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Jazz. Er ist neben Dave Brubeck, Stan Getz und Gerry Mulligan der berühmteste Vertreter der in den 50er-Jahren entstandenen Stilrichtung Cool Jazz

Der Gewinner von acht Grammys war 50 Jahre lang Trompeter, Bandleader, Komponist und stand stets an der Spitze vieler wichtiger stilistischer Entwicklungen des Jazz. Der rauchige Ton seiner Trompete ist unverkennbar und geht eine perfekte Symbiose mit der schlichten Raffinesse von Bourbon, Zitrone und Honig ein.

The Gold Rush

Zutaten (für eine Person)

  • Eiswürfel
  • 60 ml Bourbon 
  • 30 ml Honigsirup (alternativ etwas Honig in lauwarmem Wasser auflösen)
  • 20 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • Orangenzeste zum Garnieren

Zubereitung

Geben Sie alle Zutaten in einen Cocktailshaker und schütteln Sie etwa 15 Sekunden lang kräftig. Seihen Sie die Mischung über einen Eiswürfel in einem Tumbler-Glas ab. Dekorieren Sie nach Belieben mit einer Orangenzeste.

Ella Fitzgerald & The Aviation

Lady Ella ist die unbestrittene Queen of Jazz. Ihr Repertoire reicht von Swing über Bebop, Blues, Bossa nova, Samba und Gospel, außerdem ist sie Mitbegründerin des Scatgesangs. Dank ihrer klaren und präzisen Stimme mit einem Umfang von drei Oktaven und ihrem Improvisationstalent gewann sie 1958 als erste afroamerikanische Frau einen Grammy. Es folgten 13 Weitere im Laufe ihrer 60 Jahre andauernden Karriere von 1934 bis 1994. 

The Aviation entstand um die Jahrhundertwende in New York City und gehört seit den 50er-Jahren zum festen Inventar legendärer Cocktail-Bars von Tokio bis Paris. Die Komposition aus Gin und Crème de violette ist so mondän wie Lady Ella selbst. Classy Cocktail meets Classic Jazz.

The Aviation

Zutaten (für eine Person)

  • Eiswürfel
  • 60 ml Gin
  • 20 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • 15 ml Maraschino-Likör
  • 7 ml Crème de violette
  • Zitronenzeste zum Garnieren

Zubereitung

Geben Sie die Eiswürfel mit den Zutaten in einen Cocktailshaker und schütteln Sie kräftig. Seihen Sie die Mischung in ein Martiniglas ab und garnieren Sie mit einer Zitronenzeste.

Chet Baker & The Chet Baker

Der am 23. Dezember 1929 in Yale, Oklahoma geborene Chesney Henry „Chet” Baker ist einer der legendärsten und umstrittensten Jazzmusiker aller Zeiten. Bereits in jungen Jahren wurde er dank seines dandyhaften Aussehens und seiner sanften Stimme der „James Dean des Jazz” genannt.

Bakers Erfolg war zeitlebens von mehr Abs als Aufs geprägt. Aus dem „James Dean des Jazz” wurde das „schöne Monster”. Mit nur 58 Jahren kommt Chet Baker unter tragischen Umständen in Amsterdam ums Leben. 

Das Rezept für The Chet Baker stammt von Milk and Honey in New York, einer der einflussreichsten Bars unserer Zeit. Die einzige wirkliche Verbindung zwischen der Jazzlegende und dem Cocktail ist wohl nur der Name. Eine posthume Hommage an Baker und seine Musik.

The Chet Baker

Zutaten (für eine Person)

Zubereitung

Beträufeln Sie den Zuckerwürfel in einem hohen Glas mit zwei Spritzern Angostura Bitter. Geben Sie das Eis und den Rest der Zutaten hinzu. Rühren Sie kurz um und seihen Sie das Ganze in ein Retro-Cocktailglas ab. Garnieren Sie mit einer Zitronenzeste.

Mulatu Astatke & The Espresso Martini

Der aus Äthiopien stammende Mulatu Astatke wird als Vater des Ethio-Jazz gefeiert. Er studierte Klarinette, Klavier, Harmonika, Vibraphon und Percussion in London und den USA. Am Berklee College of Music in Boston promovierte er als erster afrikanischer Student. In seinen Kompositionen verschmelzen Jazz, lateinamerikanische Rhythmen und traditionell äthiopische Musik miteinander. Sie sind wie ein farbenfroher Tanz durch die Nacht.

Neben dem Honigwein Tej zählt in Äthiopien vor allem Kaffee zum Nationalgetränk, weshalb Astatkes rhythmischer Jazz nach einem Espresso Martini verlangt. Der Anfang der 80er-Jahre von Barkeeper Dick Bradsell in London erfundene Cocktail gehört längst zum Standardrepertoire der besten Bars der Welt und schlägt mit einem Augenzwinkern eine Brücke zu Astatkes Heimat.

The Espresso Martini

Zutaten (für eine Person)

  • Eiswürfel
  • 40 ml Wodka
  • 20 ml Kahlúa oder Kaffeelikör
  • 20 ml Espresso
  • 3 ganze Kaffeebohnen zum Garnieren

Zubereitung

Füllen Sie einen Cocktailshaker mit Eis und geben Sie alle Zutaten nacheinander hinzu. Schütteln Sie kräftig und seihen Sie die Mischung in ein gekühltes Cocktailglas ab. Dekorieren Sie mit den Kaffeebohnen.

Billie Holiday & The Harlem Cocktail

Billie Holiday wurde 1915 als Eleanora Fagan in Philadelphia und debütierte um 1930 als junge Sängerin in verschiedenen Nachtclubs in Harlem. Im Kegel des Scheinwerferlichts und stets mit zarten Gardenien im Haar verwandelte sich Billie Holiday in Lady Day und verzauberte ihre Zuhörer mit der hypnotisierenden Intensität und Emotionalität ihres Gesangs. Auch heute noch, fast 100 Jahre später, ist die Anmut in ihrer Musik zu spüren.

Wie Chet Baker durchlebte Billie Holiday nicht nur erfolgreiche, sondern auch schwere Zeiten, die letztendlich ihren Tribut forderten: Sie stirbt am 17. Juli 1959 im Alter von 44 Jahren. 

The Harlem Cocktail ist so außergewöhnlich, exotisch und individuell wie Lady Day selbst und erinnert an den Beginn ihrer fulminanten Karriere in den Nachtclubs Upper Manhattans.

The Harlem Cocktail

Zutaten (für eine Person)

Zubereitung

Füllen Sie einen Cocktailshaker mit Eis und geben Sie den Gin, den Ananassaft und den Maraschino-Likör nacheinander hinzu. Schütteln Sie kräftig und seihen Sie die Mischung in ein gekühltes Retro-Cocktailglas ab. Dekorieren Sie mit einer Scheibe Passionsfrucht.

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