Das Einmaleins des kanadischen Whiskys

Von Miriam Reis
Das Einmaleins des kanadischen Whiskys

Whisky wird unweigerlich mit Schottland, Irland und den USA verbunden. Sie sind die unbestrittenen Top-Nationen, wenn es darum geht, Getreide zum Wasser des Lebens* zu destillieren. Aber auch Kanada glänzt als Produktionsland, denn hier hat Whisky eine lange und beeindruckende Tradition. In unserem Einmaleins des kanadischen Whiskys nehmen wir Sie mit auf eine Reise in die Welt der Canadian Whiskys.

*Das Wort „Whisky“ kommt aus dem Gälischen Uisge Beatha und bedeutet „Lebenswasser“.

Land der Superlative

Zehn Provinzen, drei Territorien, sechs Zeitzonen und ein Klima, das von subtropisch bis arktisch reicht: Kanada ist ein Land der Superlative. Es ist das zweitgrößte und nördlichste Land der Erde und nimmt etwa die Hälfte des Territoriums Nordamerikas ein. Mit nur vier Einwohnern pro Quadratkilometer zählt es zu einem der Länder mit der geringsten Bevölkerungsdichte der Welt. Was Kulinarik anbelangt, ist Kanada vor allem für hochwertiges Rindfleisch, Cranberrys und Ahornsirup bekannt, eine Zutat, die in keiner kanadischen Küche fehlen darf. Und in den gut sortierten Hausbars von British Columbia bis Nova Scotia darf ein weiteres typisches Produkt auf keinen Fall fehlen: kanadischer Whisky.

Canadian Whisky

In den Provinzen Alberta, Saskatchewan, Manitoba und Ontario werden großflächig Ölsaaten und Getreide angebaut. Gerste, Weizen, Roggen und Mais sind die Grundzutaten bei der Herstellung von kanadischem Whisky. Obwohl Kanada auf eine über 200-jährige Tradition zurückblickt, ist Canadian Whisky weit weniger bekannt als die namensverwandten schottischen und irischen Destillate. Jedoch erlebt er in den letzten Jahren so etwas wie eine Renaissance und das nicht zu Unrecht. Denn er ist weicher, zugänglicher und lässt sich leichter genießen.

Gesetzgebung

Da es wenige Gesetze gibt, die die Herstellung und Etikettierung von kanadischem Whisky regeln, können die zur Destillation verwendeten Getreidearten variieren. Traditionell wird in Kanada für die Whiskyherstellung größtenteils Roggen verwendet. Mais gewinnt als Ausgangsstoff zunehmend an Bedeutung, da er dem Whisky einen süßen Geschmack und eine seidige Textur verleiht. Kanadische Whiskys dürfen zudem Zusätze von Obstwein, Fruchtsäften oder Sherry enthalten, sofern diese nicht mehr als 2% des Gesamtvolumens ausmachen. 

Kanadischer Whisky muss genau wie Scotch Whisky und Irish Whiskey, in seinem Heimatland eingemaischt und destilliert werden. Anschließend muss er mindestens drei Jahre lang in Holzfässern reifen. Diese Fässer können neu, gebraucht, getoastet oder ungetoastet sein, dürfen jedoch ein Fassungsvermögen von 700 Litern nicht überschreiten.

Der Alkoholgehalt der Spirituosen kann zuweilen 90 Vol. % übersteigen, weshalb er auf trinkbare 40 Vol. % Alkohol verschnitten wird. Dies kann jedoch dazu führen, dass ein Teil der natürlichen Farbe und die Aromen des Korns beeinträchtigt werden. Hier kommen Zuckerkulör und künstliche Aromen zum Einsatz, um verlorene Farbe und Aromen auszugleichen. Dies ist gesetzlich erlaubt, muss aber auf dem Flaschenetikett angegeben werden.

Single Malt, Blended oder Rye

Einen Anhaltspunkt darauf, was uns in der Flasche erwartet, liefern die auf dem Whisky-Etikett ersichtlichen Bezeichnungen.

Single Malt Whisky

Hergestellt aus gemälzter Gerste von einer einzigen Destillerie, meist kleinere Handwerksbetriebe, genannt Craft Distilleries.

Blended Whisky

Eine Mischung aus einer dreifach destillierten Basis-Spirituose aus Getreide und einer Spirituose aus Roggen oder Mais, die für Geschmack sorgt. Ein Großteil der kanadischen Whiskys sind Blends.

Rye Whisky

Wird zu 100% aus Roggen hergestellt. Ein ausgesprochen würziges Trinkerlebnis und das Aushängeschild der kanadischen Whisky-Tradition.

Food Pairing

Kanadische Single Malts und Blended Whiskys erfreuen den Gaumen mit ihrer Geschmeidigkeit und sanften Komplexität. Man genießt sie am besten pur, auf Eis oder mit einem Spritzer Wasser. Wie bereits erwähnt, bieten Whisky-Exemplare aus 100% Roggen ein besonders würziges und pfeffrig-scharfes Trinkerlebnis, weshalb sie auch besonders gut zu geschmacksintensiveren Speisen passen. Wir zeigen Ihnen nachfolgend, wie Sie beim Food Pairing das Beste aus Ihrem kanadischen Whisky herausholen.

Ein Whisky mit niedrigem Roggenanteil passt gut zu …

… Snacks und Vorspeisen wie frischen Meeresfrüchten, Austern, Käsecrackern und salzigen Kesselchips.

… Hauptspeisen wie magerem Fleisch vom Grill, Lauchquiche, Gänseleberpastete und Sushi.

… Nachspeisen wie knackiger, dunkler Schokolade und kandierten Pekannüssen.

Ein Whisky mit hohem Roggenanteil passt gut zu …

… Snacks und Vorspeisen wie würzigem Ziegen- oder Blauschimmelkäse, frittierten Zwiebelringen, Garnelencocktail oder gesalzenen Erdnüssen.

… Hauptspeisen wie Spareribs, Hackbraten, geräuchertem Lachs oder pikanter Cajun-Küche.

… Nachspeisen wie cremiger Mousse au chocolat.

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