Rheinhessen: Deutschlands größtes Weingebiet

Von Daniel Tangerner
Weingebiet Rheinhessen

Dass die Deutschen gerne Bier trinken, ist allgemein bekannt. Allerdings finden sich die Biergenießer hauptsächlich im südlichen Bayern. Der Rest Deutschlands greift eigentlich lieber zu einem Glas Wein. Zwar ist der Weinkonsum in den letzten Jahren stabil geblieben, allerdings geben die Deutschen heute im Vergleich zu den vergangenen Jahren mehr Geld für Wein aus. Und wenn man schon deutschen Wein trinkt, sollte man zumindest über heimische Weinbauregionen Bescheid wissen. Daher stellen wir Ihnen in regelmäßigen Abständen eines der insgesamt 13 deutschen Weinanbaugebiete vor.

Rheinhessen: Weintradition seit den Römern

Rheinhessen ist mit ganzen 26.563 ha Rebfläche das größte Weinbaugebiet Deutschlands, gefolgt von der Pfalz mit 23.400 ha. Dabei teilt sich das Weinland in drei große Bereiche zwischen Mainz, Worms, Alzey und Bingen, wo Rheinhessen an die weiteren bestimmten Anbaugebiete Rheingau, Mittelrhein und Nahe grenzt. Aber nebenher ist Rheinhessen nicht nur Deutschlands größte, sondern auch die offiziell älteste Weinregion. Der erste Weinbau geht auf die alten Römer bis 20. v. Chr. zurück und der Niersteiner Glöck ist die älteste urkundlich belegte Weinlage aus dem Jahre 742 n. Chr., für die vor allem Karl der Große verantwortlich ist.

Der Kaiser ließ ganze Berge roden und mit Wein bestocken, wodurch der Wein in Rheinhessen einen wahren Aufschwung erlebte. Besonders im 19. Jahrhundert waren die edlen Tropfen auf der ganzen Welt besonders beliebt und die örtlichen Winzer sammelten unzählige Preise ein. Dieser Ruhm führte anschließend allerdings zu einer Dekadenz in Sachen Qualität. Rheinhessische Weinbauern setzten auf Masse statt Klasse. Minderwertige Produkte, künstlich gesüßte Weine wie Liebfrauenmilch senkten in den 1960er und 70er Jahren den Wert Rheinhessens, eines einst großen Weinbaugebiets. Gott sei Dank hat sich das Blatt zum Guten gewendet und die Winzer stellen Qualitätswein wieder an die Spitze ihrer Prioritäten.

Boden- und Rebsortenvielfalt

Von Löss, Sand und Mergel über Kalkstein, Ton, Rot- und Braunerde bis hin zu Quarzit und Porphyr deckt die geologische Vielfalt fast alle denkbaren Bodentypen in Rheinhessen ab. Darauf wachsen vor allem Riesling (16% der Rebfläche), Müller-Thurgau und Silvaner für Weißweine, und Dornfelder (13%), Blauer Spätburgunder sowie Portugieser für ebenso einzigartige Rotweine. Unzählige Sorten auf den unterschiedlichsten Bodenarten sorgen für einzigartige und unnachahmbare Geschmackserlebnisse für Weinliebhaber. So ist ein Riesling vom Johannisberg nicht zu vergleichen mit einem Riesling vom Goldberg. Diese Vielfalt macht Rheinhessen darüberhinaus zu einem besonders interessanten Thema bei einer Weinverkostung. Stellen Sie Ihren Freunden etwa drei Weiße sowie drei Rote einer Sorte von verschiedenen Lagen vor und suchen den Vergleich. So entdecken Sie bestimmt neue Eigenschaften im Wein, die Ihnen bisher vielleicht entgangen sind.

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