Eine Weinreise in die Neue Welt

Von Karin Mosca
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Wenn wir von der Neuen Welt sprechen, meinen wir damit Weine aus Ländern wie den USA, Australien, Neuseeland, Chile, Argentinien und Südafrika. Es handelt sich also um Weine, die nicht aus Europa oder der so genannten Alten Welt stammen. Heute möchten wir Ihnen das Thema ein wenig näher bringen. Dabei bekommen wir Tipps von unserem Sommelier Matteo Cipollone (@enocracy).

Weine Born in the USA

Der Anbau und Genuss von Wein begann sich in den USA 1933 nach dem Ende der Prohibition zu verbreiten. 1976 gilt als Wendepunkt in der Geschichte des nordamerikanischen Weins, der bis dahin als qualitativ minderwertig angesehen wurde. Bei einer Blindverkostung in Paris gelang es einigen französischen Spitzensommeliers erstmals nicht, die eleganten Weine aus Burgund von denen aus Kalifornien zu unterscheiden.

Kalifornien gilt als „Wine-Country“ schlechthin, da es 90% der landesweiten Weinproduktion abdeckt. Darüber hinaus sind auch die Bundesstaaten Washington und New York State sowie Oregon und Texas für Weinbau bekannt.

Obwohl es auch eine Reihe an einheimischen Trauben gibt, dominieren die von europäischen Siedlern eingeführten internationalen Rebsorten. Besonders hervorzuheben sind Cabernet Sauvignon, Pinot Noir, Merlot, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Erwähnenswert ist außerdem die Sorte Zinfandel, ein enger Verwandter des apulischen Primitivo.


Empfehlung vom Sommelier

Andrew Will Sorella 2014

Sorella 2014 ist ein Feuerwerk an Geschmackseindrücken und besticht mit Noten von Roten Johannisbeeren, Cassis und Grafit, einem Hauch schwarzem Tee, sowie Anklängen von Schokolade und Gewürzen. Außerdem zeichnet sich dieser vollmundige, komplexe und konzentrierte Wein durch eine hervorragende Lagerfähigkeit von bis zu 25 Jahren aus.

Für den ehemaligen Verkoster des Wein-Fachmagazins „The Wine Advocate“Jeb Dunnuck, ist es ein „sensationeller“ Wein, in dem neben Merlot, Cabernet Franc und kleineren Mengen an Petit Verdot und Malbec, die rote Rebsorte Cabernet Sauvignon dominiert.


Chilenischer Wein, Kind der Anden und des Ozeans

Unsere Reise führt uns in den Süden des amerikanischen Kontinents und wir landen schließlich in Chile, wo Weinbau immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Obwohl in Chile schon seit dem 16. Jahrhundert edle Rebensäfte produziert wurden, hat es erst in den letzten Jahren den Ruf für erstklassigen Wein erworben. Das lange, schmale Land bietet einfach ideale Bedingungen für den Weinbau. So wird die Wasserversorgung sowohl durch den Ozean als auch durch die Anden gewährleistet. Außerdem sorgen die großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht dafür, dass die Früchte perfekt reifen, ohne ihre Frische zu verlieren. Darüber hinaus sind die Böden perfekt für den Weinbau geschaffen und das besondere Klima mit viel sonnigen Sommern und milden Wintern verhindert das Auftreten von Parasiten und Krankheiten wie Reblaus und Mehltau.

Zu Chiles wichtigsten roten Rebsorten zählen Cabernet Sauvignon, Merlot, País (Listán Prieto), Syrah und Carménère. Vor allem Letztere ist das Markenzeichen der chilenischen Önologie. Weiße Trauben wie Chardonnay, Sauvignon Blanc, Sémillon und Chenin Blanc gedeihen in kühlen, küstennahen Gebieten des Landes.


Empfehlung vom Sommelier

Valdivieso Valley Selection Carménère 2019

Die emblematische chilenische Rebsorte Carménère bringt dunkle, kräuterwürzige Rotweine hervor und erinnert daher an Bordeaux-Weine mit Merlot. Außerdem wecken der saftige Geschmack und die Noten von schwarzen Früchten und Pfeffer Erinnerungen an Cabernet Sauvignon. Mit der Produktreihe Valley Selection bietet uns Valdivieso eine frische und sanfte Version mit vollem Genuss.

Dieser Wein passt besonders gut zu herzhaften Lamm- oder Entengerichten.


Argentinien: Der viertgrößte Weinproduzent der Welt

Wein ist das Nationalgetränk Argentiniens und wird sogar am 24. November mit einem rauschenden Fest, dem „Día del Vino Argentino“, zelebriert. Die ersten Weinreben wurden im 16. Jahrhundert von den spanischen Eroberern eingeführt. Jedoch erlangte der Weinbau erst im 19. Jahrhundert vor allem dank europäischer Einwanderer die Bedeutung, die er heute genießt.

Genauso wie Chile sind auch in Argentinien Lage und Klima bestens für den Weinbau geeignet. Die Anbauflächen erstrecken sich vom 22. bis zum 42. südlichen Breitengrad und die Weinberge liegen auf bis zu 2.300 Metern über dem Meeresspiegel. Diese Voraussetzungen bieten zahlreichen Rebsorten ideale Bedingungen, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Die Anden spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, da sie kalte Winde vom Ozean abhalten, durch die Schneeschmelze Wasserressourcen bereitstellen und ein kühles Klima für das regelmäßige Wachstum der Trauben gewährleisten.

Zu den am meisten verbreiteten Sorten gehören Malbec, Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah. Darüber hinaus gibt es auch einige italienische Rebsorten, die heute allerdings rückläufig sind, wie Bonarda, Sangiovese und Barbera. Zu den weißen Rebsorten gehören Chardonnay, Chenin Blanc, Muscat of Alexandria und Torrontés, eine besonders interessante einheimische Traube.


Empfehlung vom Sommelier

Otero-Ramos-Estate-Malbec-2016

Otero Ramos Gritos Estate Malbec 2016

Das argentinische Weinbaugebiet Luján de Cuyo in der Region Mendoza ist für seine Spitzenrotweine aus der Rebsorte Malbec berühmt. Auf ca. 900 Höhenmetern werden die Trauben für diesen ausdrucksstarken und eleganten Rotwein angebaut.

In der Nase sind neben duftenden Rosenblättern auch würzige Aromen zu erkennen, die von fruchtigen Kirsch- und Pflaumennoten begleitet werden. Am Gaumen zeigt er sich rund, elegant und fruchtig mit zarten Vanillenoten, die vom Ausbau im Eichenfass stammen. 

Neuseeland – Wo Erde und Wein verzaubert sind

Traumhafte Strände, dichte Wälder, schneebedeckte Gipfel, weite grüne Flächen… Neuseeland bietet einzigartige und außergewöhnliche Landschaften. Ein weiterer Grund für einen Besuch liefern die Weine der Zwillingsinseln, vor allem diejenigen, die aus den weißen Rebsorten gekeltert werden.

In nur wenigen Jahren hat es der neuseeländische Weinbau geschafft, sich unter den renommiertesten der Welt zu etablieren. Die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten und Klimazonen der Insel sorgen für ein facettenreiches Spektrum an Rebsorten. Besonders der Wechsel von tropischen zu kühleren Temperaturen bietet ideale Bedingungen für die Reifung verschiedener Trauben.

Sauvignon Blanc ist heute die berühmteste Rebsorte des Landes und nimmt fast die Hälfte der Anbaufläche ein. Dank der frischen blumig-fruchtigen Aromen konnte sich die Sorte von ihrem französischen Pendant abheben. Aber auch andere weiße Rebsorten wie Chardonnay, Riesling, Pinot Grigio, Müller-Thurgau und Gewürztraminer werden in Neuseeland angebaut. Zu den roten Rebsorten zählen Pinot Noir, Cabernet Sauvignon und Merlot.


Empfehlung vom Sommelier

oyster-bay-sauvignon-blanc

Oyster Bay Sauvignon Blanc 2021

Dieser frische, mineralische und würzige Weißwein nimmt Sie mit auf eine Reise nach Neuseeland. Das maritime und kühle Klima des Landes führt in Verbindung mit den durchlässigen Schlemmlandböden zu einer der längsten Vegetationsperioden der Welt. Dies bildet die Grundlage für die enorme Aromenvielfalt und -intensität der neuseeländischen Weine.

Oyster Bay Sauvignon Blanc 2021 duftet nach Maracuja, Stachelbeere, frischen Kräutern und tropischem Obst. Das reichhaltige Bukett wird am Gaumen von einer gut eingebundenen Säure und einer leichten Würze begleitet.


Weine aus Down Under: Junges Weinland Australien

Australiens Weinbau-Tradition lässt sich nur zwei Jahrhunderte zurückverfolgen und ist daher relativ jung. Die ersten Rebstöcke gelangten erst 1788 durch den ersten Gouverneur von New South Wales, Captain Arthur Phillip, auf die Insel.

Von einer Reise zum Kap der Guten Hoffnung brachte der Kapitän einige Reben mit, die er in seinem Garten in Sydney anpflanzte. Obwohl sie Wurzeln schlugen, waren die daraus resultierenden Trauben nicht für die Weinherstellung geeignet. Nichtsdestotrotz konnte sich der Weinbau nach mehreren Versuchen in verschiedenen Regionen des Landes von New South Wales bis Südaustralien erfolgreich ausbreiten.

Nachdem die Reblaus der voranschreitenden Weinkultur ein Ende setzte, brachten ab den 1950er-Jahren großen Investitionen, Fokus auf moderne Technologien und Experimentieren mit neuen Ansätzen den erhofften Aufschwung.

Heute gehört das Land zu den bedeutendsten Herstellern von Chardonnay, Riesling, Pinot Grigio und Semillon, zu sein. Unter den roten Rebsorten findet sich Shiraz (oder Syrah) der wahre „Star“ aus Down Under ist, gefolgt vom Cabernet Sauvignon.


Empfehlung vom Sommelier

Jacob’s Creek Double Barrel Shiraz 2018

Die Double Barrel-Reihe von Jacob’s Creek durchläuft, wie der Name bereits sagt, zwei Arten der Fassreifung. Dieser Rotwein reift zunächst in traditionellen Weinfässern und anschließend in Fässern, die über 20 Jahre lang irischen Whiskey enthielten, was ihm deutlich mehr Komplexität und Textur verleiht. Dieser Shiraz verbindet intensive Noten von Gewürzen mit reifen dunklen Fruchtaromen.

Genießen Sie ihn am besten zu Auberginen-Gerichten, pikantem Gulasch oder dunkler Schokolade.


Südafrika: Weine vom anderen Ende der Welt

Südafrika ist das einzige afrikanische Land, das in der auf der internationalen Weinszene vertreten ist. Es waren holländische Kaufleute, die im 17. Jahrhundert die Reben bis an die Spitze des Kontinents brachten, genauer gesagt in die Gegend um Kapstadt. Die strategische Position der Stadt zwischen Europa und Indien ermöglichte es Reisenden, die dort Halt machten, sich mit Wein und Spirituosen einzudecken. Im Jahr 1685 wurde Constantia – das renommierteste Weingut Südafrikas – gegründet. Die Weine dieses Traditionshauses waren lange Zeit die einzigen aus der Neuen Welt, die sich mit europäischen Weinen messen konnten.

Ende des 19. Jahrhunderts zerstörte die Reblaus die Weinberge des Landes, die erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder angepflanzt wurden. Durch eine Reihe an historischen und sozialen Ereignisse wurde der Weinbau allerdings gebremst, wie etwa der Boykott südafrikanischer Produkte aus Protest gegen die Apartheid oder die Kontrolle der KWV, einer Genossenschaft, die Politik und Preise für die gesamte Weinindustrie festlegte. Daher konnte sich der südafrikanische Weinbau erst in den 80er und 90er Jahren erholen, wobei neue Technologien und Fachleute aus anderen Ländern mit offenen Armen empfangen wurden.

Unter allen südafrikanischen Rebsorten stitcht zweifelsohne der Pinotage hervor, eine Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsault. Die am weitesten verbreitete Rebsorte ist jedoch Cabernet Sauvignon, gefolgt von Shiraz und Merlot. Zu den weißen Rebsorten gehören Chardonnay, Sauvignon Blanc, Riesling, Colombard und Cape Riesling. Die am häufigsten angebaute Rebsorte ist jedoch der Chenin Blanc, der hier Steen genannt wird.


Empfehlung des Sommeliers

Robertson Winery Pinotage 2020

Ein authentischer südafrikanischer Rotwein: Der Pinotage ist die emblematische Rebsorte des Landes. Außerdem stammt er aus dem renommierten Anbaugebiet Robertson. Der Pinotage von Robertson Winery ist ausgesprochen fruchtig und zeichnet sich durch Aromen von Pflaume, Kirsche und Erdbeere mit einem Hauch von Banane aus. Zarte Eichholznoten und und ein weicher und köstlicher Abgang sorgen für ein ausgezeichnetes Geschmackserlebnis.

Der Artikel wurde von Anja Krimsky übersetzt und im Original von Karin Mosca geschrieben: Vino, un giro del Nuovo Mondo

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