Geschichten, wie sie nur Champagner schreiben kann

Von Miriam Reis
Geschichten, wie sie nur Champagner schreiben kann

Mondän, luxuriös, avantgardistisch, zeitlos, elegant und einfach unwiderstehlich: Kaum ein Getränk dieser Welt ist so ikonisch wie Champagner. Wird eine Flasche entkorkt, liegt sogleich etwas Magisches in der Luft. Champagner verleiht besonderen Momente einfach das gewisse Etwas!

Dabei muss nicht immer gleich tief in die Tasche gegriffen werden, denn ausgezeichnete Champagner können Sie bei Drinks&Co schon ab 20€ finden. Und wenn Sie beim Food-Pairing Hilfe brauchen, haben wir auch noch die richtige Lektüre für Sie. In unserem Artikel Unkonventionell originell: Food Pairing mit Champagner zeigen wir Ihnen, wie im Handumdrehen genussvolle Kombinationen von Speisen mit Frankreichs beliebtestem Schaumwein entstehen.

Zum Internationalen Tag des Champagners, der jährlich am 28. Oktober gefeiert wird, erzählen wir Ihnen drei faszinierende Geschichten, die alle Champagner-Liebhaber – und solche, die es noch werden wollen – sicherlich begeistern.

Der teuerste Champagner der Welt

Die einen sammeln Bandshirts, die anderen Bierdeckel, aber Menschen mit viel Geld sammeln Objekte der Superlative. Der Jahrgangs-Champagner Goût de Diamants 2013 des Hauses Chapuy di Oger stand lange Zeit an der Spitze der teuersten Champagner der Welt.

Die von Luxus-Designer Alexander Amosu entworfene Flasche ist mit einem handgefertigten Label aus 48 Gramm solidem Weißgold verziert, in dessen Mittelpunkt ein 19-karätiger Diamant funkelt. Um den endgültigen Verkaufspreis ranken sich viele Mythen. Es wird jedoch behauptet, dass die einzigartige Flasche für einen Preis zwischen 1,5 und 2,07 Millionen US-Dollar einen Eigentümer fand.

Im Jahr 2022 führt der Champagne Avenue Folch 2017 die Spitze der teuersten Champagner aller Zeiten an – mit einem unglaublichen Verkaufspreis von 2,5 Millionen US-Dollar! Die stolzen Besitzer, Kryptomillionäre Giovanni und Piero Buono, können sich nicht nur über den prickelnden Inhalt der Flasche freuen, der aus Grand Cru-Trauben hergestellt wurde. Mit dem Erwerb der Flasche erhielten Sie auch gleichzeitig den NFT* eines „Bored Ape Mutant“ – und somit die geistigen Eigentumsrechte an dem Bild (googeln Sie ruhig!). Laut eigener Aussage haben die Brüder jedoch nicht vor, den Champagner jemals zu trinken.

* NFT ist die Abkürzung für Non-Fungible Token, zu Deutsch: nicht austauschbarer Token. Ein Token ist ein einzigartiger, digitaler Vermögenswert. Vergleichbar mit Kunstobjekten, die einen individuellen Wert besitzen (wie beispielsweise ein Gemälde) kann ein Token nicht eins zu eins gegen einen anderen getauscht werden.

Champagner aus der Tiefe

In einer Expedition zum Wrack der Titanic wurden Mitte der 90er Jahre einige Flaschen Champagner mit an die Wasseroberfläche gebracht, die man im Innern des 1912 gesunkenen Luxusliners fand. Zum 100. Jahrestag des Untergangs kamen die Gäste des Hullet House in Hongkong in den Genuss des gesunkenen Schatzes. Im Rahmen eines 10-gängigen Menüs wurde eine der geborgenen Flaschen des 1907 Heidsieck & Co Monopole Gout Americain entkorkt. 

Aber nicht nur mit der Titanic sanken wertvolle Flaschen auf den Grund des Atlantiks. Der schwedische Frachter Jöngköping wurde 1916 auf seiner Route nach Russland von einem Torpedo beschossen, brach entzwei und sank in der Nordsee. An Bord befand sich eine von Zar Nikolaus II. georderte Ladung 1907 Heidsieck & Co Monopole Diamant Bleu, die für 80 Jahre auf dem Meeresgrund ausharren sollte. Erst im Jahr 1997 rettete ein Bergungsunternehmen 2.000 Flaschen des gesunkenen Champagners aus der Tiefe.

Chris Hoel (Gründer der privaten Weinberatungsfirma Harper’s Club) ist einer der wenigen Menschen auf diesem Planeten, der diesen einzigartigen Champagner verkosten durfte. 2012 schrieb er folgende Zeilen dazu:

„Der Wein hatte intensive Aromen von Feuerstein, Schießpulver und salzigen Noten, die an geröstete Austern erinnern. Hinzu kamen Noten von Graham Crackern, verbranntem Zitronenöl und geflammten Orangen. Darauf folgten üppige Aromen von karamellisierten Bananen, verbrannten Zitrusfrüchten und Kerosin, die für einen extrem langen und salzigen Abgang sorgten.

Vielleicht war es Suggestion, aber ich konnte alles gleichzeitig schmecken: das Meer, die Explosion, den Champagner. Es war absolut umwerfend. […]“

Nicht von dieser Welt

Die Aussicht auf unseren blauen Planeten durch das Bullauge eines Spaceshuttles ist sicherlich eines der faszinierendsten Panoramen, die man sich vorstellen kann. Viele Menschen träumen von einer Reise ins Weltall, um einmal diesen beneidenswerten Ausblick und das Gefühl der Schwerelosigkeit erleben zu dürfen. Weniger beneidenswert ist jedoch die Vorstellung, eine Portion Fettuccine Alfredo püriert durch eine Tube zu saugen. Seien wir ehrlich: Die Küche an Bord ist nichts für Schleckermäuler.

Daher hat Astronautennahrung in den letzten Jahrzehnten eine erstaunliche Entwicklung durchlebt. Auf den ersten Weltraummissionen in den späten 50er Jahren mussten sich die Astronauten mit recht faden Pürees zufriedengeben. Leicht zu transportieren sollte die Kost sein, zudem nährstoffreich und sättigend, da vor allem bei Weltraumspaziergängen eine große Menge an Kalorien verbraucht wird. Man kann sich also kaum einen edlen Tropfen dazu vorstellen… bis jetzt.

Denn Raumfahrer haben allen Grund zur Freude, da sie in nicht allzu ferner Zukunft ein Glas Champagner in Schwerelosigkeit genießen werden können. Das Traditionshaus C.H. Mumm hat gemeinsam mit Space Designer Octave de Gaulle ein bahnbrechendes Produkt entwickelt: Mumm Cordon Rouge Stellar.

Das weltweit einzigartige Hightech-Flaschendesign macht sich das natürlich vorhandene Gas des Champagners zunutze, um den Wein aus der Flasche in einem ringförmigen Rahmen zu komprimieren. Dort wird der Champagner zu einer Art Schaumhäufchen verdichtet, das so lange in der Schwerelosigkeit umherschwebt, bis es in einem speziell entworfenen Glas mit spitz zulaufenden Stiel aufgefangen wird. Erst wenn der Schaumwein in den Mund gelangt, verwandelt er sich in Flüssigkeit. 

Nicht nur die Konsistenz des Champagners ändert sich im Weltraum, auch sein Geschmack. Aufgrund der Schwerelosigkeit benetzt ein einziger Schluck sofort den gesamten Mundraum. Das Prickeln wird als weniger intensiv und das Gefühl am Gaumen als wesentlich runder empfunden, weshalb Mumm’s Chefwinzer Laurent Fresnet für den Mumm Cordon Rouge Stellar eine ganz spezielle und komplexe Cuvée kreierte.

Wie Sie sehen, ist Weltall-Champagner keine Zukunftsmusik mehr. Auf ersten Parabelflügen wurde bereits auf und mit dieser bahnbrechenden Erfindung angestoßen.

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1 Kommentare

Daniel Tangerner November 8, 2022 - 8:26 am

Sehr interessanter Artikel!

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