Haben Bioweine wirklich eine bessere Qualität?

Von Daniel Tangerner
Bioweine

Die Lebensmittelindustrie befindet sich derzeit mitten im Wandel von industrieller zu ökologischer Herstellung. Das ist auch beim Wein nicht anders. Konsumenten heute bevorzugen oft Ökoweine, also Weine aus umweltfreundlichem Anbau. Doch das Bio-Gütesiegel der EU geht weit über den bloßen Weinbau hinaus und schließt den gesamten Herstellungsprozess mit ein. Vom Samen über die Pflege und Weinlese bis hin zum Entwicklungsprozess gibt es für EU-Winzer genaueste Anleitungen und Richtlinien. Daraus haben manche den Schluss gefasst: Je strenger die Regeln, desto besser der Wein. Doch stimmt das wirklich? Sind Bioweine von der Qualität her wirklich automatisch besser als „normale“ Weine? Die Antwort ist ein klares „Nein!“. Lesen Sie hier, warum.

Für die Umwelt anstatt des Weins

Die von der EU geforderten Richtlinien für das BIO-Zertifikat sind hauptsächlich dazu gedacht, die Umwelt zu schonen. Denn zum Beispiel gewisse Industriedünger und Mittel zur Schädlingsbekämpfung können das Naturgleichgewicht schnell durcheinander bringen und können zum Insektensterben beitragen. Der daraus entstehende Wein kann allerdings erstklassige Qualität beweisen. Und umgekehrt kann ein Winzer jede Regel für organische Weinherstellung befolgen, aber dabei den Charakter seines Weinguts außer Acht lassen. Somit passen die Komponenten am Ende nicht zusammen und der Wein kann sauer aufstoßen.

Was macht Qualität aus?

Die Qualität des Weins zeigt sich erst im Endergebnis oder Weinglas. Ob man als Winzer richtig gehandelt hat oder nicht, erfährt man also erst zum Schluss. Zunächst müssen einfach alle Puzzleteile zusammenfinden: Welche Rebsorte kann in welchem Klima zu welchen Bodenbedingungen gut wachsen und reifen? Welche und wieviele Pflegemaßnahmen sind im Weinberg erforderlich? Eignet sich die Sorte für eine Cuvée, einen trockenen oder süßen Ausbau? Eignet sich der Wein für den Ausbau im Fass? Und, und, und…

Wie ein Komponist muss der Weinbauer die perfekte Harmonie zwischen Weinberg und Weinkeller ausbalancieren. Und das ist nun mal leichter gesagt als getan. Zum Einen hilft die Erfahrung, zum Anderen stetiges Ausprobieren, Experimentieren und Verkosten.

Fazit: Bioweine VS. „normale“ Weine

Qualität liegt wohl am Gaumen des Betrachters. Wenn mir ein Wein schmeckt, dann schmeckt er mir eben. Aus der Sicht von Mutter Natur steigt allerdings bestimmt der Ökowein mit EU-Bio-Siegel als Sieger aus. Aber Achtung: Zusammengefasst bedeutet dieses Gütesiegel lediglich einen umweltschonenden Umgang mit dem Weinberg und während des Herstellungsverfahrens. Auf gut Deutsch, weniger und sanftere Pestizide als zuvor, durchaus begrüßenswert und doch bei Weitem nicht genug. Von naturschonend sollte die gesamte Lebensmittelindustrie auf umweltfördernd umsteigen. So mancher Winzer befindet sich dabei schon auf bestem Wege, während andere noch hinterherhinken oder es gar nicht erst versuchen. Denn der Umstieg ist kurzfristig gesehen nicht günstig und schon gar nicht schnell und einfach.

Zum Abschluss möchten wir Ihnen noch einige Bioweine präsentieren, die das Team von Drinks&Co überzeugen konnten:

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Juan Gil Etiqueta Plata 2018

Der Juan Gil Silver Label 2018 gilt als einer der besten Weine mittleren Alters aus der Region Jumilla.

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Eymann Flora & Fauna Rosé Bio 2019

der Eymann Flora & Fauna Rosé Bio 2019 überzeugt uns nicht nur mit seinem bunten Etikett, sondern auch mit einzigartigem Geschmack.

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Cune Crianza 2017

Hochwertiger Biowein aus der Weinregion Rioja.

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