Schottland, der Ursprung des Whiskys

Von Jordi Luque
Schottland-Whisky

Escocia, los orígenes del whisky - Drinks&Co

Der Versuch, schottischen Whisky in einem Artikel zusammenzufassen, ist nahezu unmöglich. Angefangen bei seiner Tradition und der Anzahl der Brennereien bis hin zu seinem vielfältigen Aromaprofil und seiner Herstellung: Die unglaubliche Vielfalt von Scotch Whisky ist immens und damit auch ein Grund dafür, warum er mit Brandy und Armagnac (und nicht zu vergessen mit Rum) um die Vorherrschaft in der Kategorie der Spirituosen konkurriert. 

Hier finden Sie einen kurzen Leitfaden zu diesem jahrtausendealten Getränk, das tief mit Schottland verwurzelt ist und ein unglaubliches kulturelles Erbe darstellt.

Was ist Whisky?

Whisky wird aus gemälztem Getreide – hauptsächlich Gerste, die in Wasser vergoren wurde – destilliert. Um es ganz einfach auszudrücken: So wie Branntwein ein Destillat aus Wein ist, ist Whisky ein „Destillat aus Bier“.

Was bedeutet Mälzen?

Das Mälzen ist ein kontrolliertes Verfahren, bei dem die Keimung eines Getreidekorns durch Wärmezufuhr gestoppt wird, wenn es sich zu öffnen beginnt. Dadurch wird der kohlenhydratreiche innere Keim freigelegt, der die Nahrung für die Hefen darstellt, die später die Gärung einleiten. Wäre das Getreide hingegen ganz und geschlossen, hätten die Hefen keinen Zugang zu diesen Kohlenhydraten.

Wo wird Whisky produziert

Whisky kann in all seinen Variationen überall auf der Welt hergestellt werden. Dennoch gilt Schottland als die Heimat des Whiskys, aber auch in Ländern wie Japan, Irland und Kanada werden hervorragende Whisky-Sorten hergestellt, während in den USA Bourbon (eine ähnliche Spirituose aus Maiskörnern) und Rye Whisky aus Roggen destilliert wird.

Wie wird schottischer Whisky hergestellt?

  1. Alles beginnt mit dem Mälzen des Getreides, das für die Keimung zunächst befeuchtet und dann getrocknet wird, bis der Prozess durch Wärmezufuhr gestoppt wird.
  2. Das gemälzte Getreide wird in Behälter gefüllt, in denen es mit Wasser vermischt und bei kontrollierter Temperatur vergoren wird.
  3. Die vergorene Maische wird anschließend destilliert und der aus der Destillation entstandene Schnaps wird über einen langen Zeitraum in Fässern gelagert.
  4. Für schottischen Whisky wird in der Regel der Inhalt verschiedener Fässer, der aus unterschiedlichen Regionen und Brennereien stammen kann, zu einem Blend verschnitten. Dabei ist die Rolle des Master Blenders von großer Bedeutung.

Welche Whisky-Regionen gibt es in Schottland und worin unterscheiden sie sich?

Die wichtigsten schottischen Whisky-Regionen sind Islay, Speyside, Campbeltown, Lowlands, Highlands und Islands.

Islay-Whiskys zeichnen sich durch ein aromatisches Profil aus, das an Jod und Rauch erinnert, und sind sehr charaktervoll.

Ihr Pendant aus der Region Speyside ist viel weicher, mit einem Hauch von grünem Apfel und Vanille und wird in der Regel in Sherryfässern gereift.

Campbeltown-Whiskys ähneln den Islay-Whiskys, zählen aber auch Vanille und Karamell zu ihrem Geschmacksprofil, während die Destillate aus den Lowlands am weichsten sind und Toffee- und Vanillearomen aufweisen.

Blends aus den Highlands sind meist reich an Aromen von Eiche, Gebäck und Trockenfrüchten. Die sogenannten Island-Whiskys (Jura, Arran…) sind sehr vielfältig und fallen in der Regel in die Kategorie der Highland-Whiskys, obwohl sie tendenziell rauchiger sind.

Da Sie nun all dies wissen, werde wir Ihnen drei Whiskys empfehlen, die den Einstieg in diese faszinierende Welt erleichtern.

100% Schottland: Chivas Regal XV Balmain

Obwohl es sich in erster Linie um einen Whisky aus Speyside handelt, enthält der Blend ausgewählte, mindestens 25 Jahre alte Whiskys aus ganz Schottland. Er besticht durch seine traumhaft goldene Farbe und seine Aromen erinnern an Sultaninen, Zimt und Karamell. Am Gaumen präsentiert er sich sehr sanft, weich und cremig mit Anklängen von Schokolade. Auch die elegante Verpackung, gestaltet vom französischen Modehaus Balmain, unterstreicht den filigranen Balanceakt.

Chivas-Regal-XV-Balmain

Sanfte Sherrynoten: The Macallan Sherry Oak 12

Dieser Whisky ist besonders typisch für die Region Speyside und wurde in Fässern aus amerikanischer Eiche gereift, in denen einst Sherryweine lagerten

Der jüngste Whisky aus dem Blend ist 12 Jahre alt. Im Bukett zeigt er Anklänge von Trockenfrüchten und Gewürzen, die von den Sherryfässern stammen und besticht durch seine wundervolle, altgoldene Farbe. 

Diese Art von Whisky verfügt über einen besonders weichen und milden Charakter und ist „leicht“ zu trinken… natürlich in Anführungszeichen, denn schließlich hat er mindestens 40% Alkohol.

Jod und Torf: Laphroaig Lore

Er weist alle Merkmale von Islay-Whiskys auf. Die rauchigen Aromen stammen vom Torf, der beim Mälzen des Getreides verwendet wird und die ausgeprägten Noten von Jod erinnern an die Küste, an der die wichtigsten Brennereien gelegen sind. Dieses Paradebeispiel für Islay-Blends wurde in ehemaligen Bourbonfässern und anschließend in Sherryfässern veredelt.

***

Der Artikel wurde von Anja Krimsky übersetzt und im Original von Jordi Luque geschrieben: Escocia, los orígenes del whisky

Artikel, die Sie auch interessieren könnten

Einen Kommentar hinterlassen