Trivia-Tag: Kurioses zum Thema Wein

Von Miriam Reis
Trivia-Tag: Wissenswertes und Kurioses zum Thema Wein

Trivia-Tag: Wissenswertes und Kurioses zum Thema Wein

Der 4. Januar steht in den USA ganz im Zeichen des Trivialwissens. Denn am vierten Tag nach Jahresbeginn feiert man dort den National Trivia Day, zu Deutsch den Tag des Trivialwissens oder auch Trivia-Tag. Wir finden, dieser Anlass hat einen Platz im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt verdient. Vielleicht können Sie ja bei der nächsten Weinprobe oder beim gemütlichen Abendessen mit Freunden mit etwas Wissenswertem rund ums Thema Wein glänzen. Beginnen wir mit der Frage aller Fragen: Wussten Sie schon, dass…?

Cab: Der Superstar unter den Rebsorten

Cabernet Sauvignon ist die wohl bekannteste Weintraube der Welt. Die ursprünglich aus Frankreich stammende edle Rebsorte ist eine natürliche Kreuzung aus der roten Cabernet Franc und der weißen Sauvignon Blanc. „Cab“ – wie Liebhaber Cabernet Sauvignon oft abkürzen – zählt zu den spät reifenden Rebsorten, die besonders viele Kerne, Farbstoffe und Tannine enthält. Dadurch erhält der Wein eine tiefdunkle Farbe und eine kräftige Tanninstruktur. Er eignet sich deshalb besonders gut für den Barrique-Ausbau sowie eine langjährige Lagerung. Für Cabernet Sauvignon typisch sind Geschmacksnoten von schwarzen Johannisbeeren (Cassis), grünem Paprika, Zeder und Granit. Rund um den Globus wird auf fast 300.000 Hektar Cabernet Sauvignon kultiviert, das macht Sie zur meistangebauten Weintraube der Welt. Vor allem in Frankreich, Chile, Kalifornien ist sie der absolute Superstar unter den Rebsorten. 

Winston Churchill & Pol Roger

Der bedeutendste britische Staatsmann des 20. Jahrhunderts mit der mürrischen Miene und dem enormen Selbstbewusstsein hatte neben einem imposanten Auftreten auch eine Vorliebe für kubanische Zigarren und Champagner. Letzteren bevorzugte er von der Marke Pol Roger, eines der letzten großen Champagnerhäuser mit Sitz in Épernay. Churchill hatte laut eigener Aussage rund 42.000 Flaschen Champagne Pol Roger in seinem Leben getrunken. Umgerechnet sind das 31.500 Liter oder eineinhalb Flaschen pro Tag über sein gesamtes Erwachsenenleben verteilt. Sein Zitat „Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ bekommt vor diesem Hintergrund eine ganz neue Bedeutung.

Rosen im Weinberg

Die Königin der Blumen ist dank ihrer prächtigen Schönheit und ihrem zarten Duft bei vielen Menschen rund um den Globus beliebt. Aber nicht nur Hobbygärtner, Romantiker und Blumenfreunde erfreuen sich an den prächtigen Rosenstöcken, manchmal sieht man sie auch in den Weinbergen zwischen Rebstockzeilen blühen. Die Rose im Weinberg ist aber nicht nur schön anzusehen, sie ist vor allem nützlich. Sie benötigt ähnliche Vegetationsbedingungen wie der Rebstock, ist jedoch empfindlicher gegenüber Krankheiten wie Mehltau. Sie reagiert früher als die Rebe auf einen eventuellen Schädlingsbefall oder eine Krankheit und wird deshalb von den Winzern auch als Indikatorpflanze bezeichnet. Zudem dient sie als Unterschlupf und Nahrungsquelle für die Honigbiene und leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität im Weinberg.

Die älteste Weinflasche der Welt

Bei Ausgrabungen eines Römergrabes 1867 in der Nähe von Speyer wurde eine ungeöffnete Glasamphore mit Wein neben den sterblichen Überresten eines Mannes und einer Frau gefunden. Es wird vermutet, dass der Verstorbene ein römischer Legionär war und ihm der Wein auf seine letzte Reise mitgegeben wurde. Die etwa 1,5 Liter fassende Flasche wird auf das Jahr 325 bis 350 nach Christus datiert und ist somit vermutlich die älteste ungeöffnete Weinflasche der Welt. Analysen zeigen, dass die Konservierung des Weins auf die Beimischung von Olivenöl und den Verschluss mit einem Siegel aus Heißwachs zurückzuführen ist. Der Wein hat zwar über die letzten fast 1700 Jahre seinen Alkoholanteil verloren, es wird jedoch angenommen, dass er mikrobiologisch nicht verdorben sei. Eine Gaumenfreude ist er vermutlich dennoch nicht. Ausgestellt wird die älteste Weinflasche im Historischen Museum der Pfalz in Speyer.

Champagnerschale Pompadour: Function follows form

Jeanne-Antoinette Poisson, besser bekannt als Madame de Pompadour, war Mätresse des französischen Königs Louis XV. Ihr wurde nachgesagt, „gebildet, klug, liebenswürdig, voller Anmut und künstlerisch begabt […]“ zu sein. Die Legende besagt, dass Louis XV so sehr von Ihrer Schönheit und Ihren Reizen angetan war, dass er die Herstellung von Champagnergläsern nach dem Vorbild der linken Brust von Madame Pompadour anordnete. Im 20. Jahrhundert erlebte die Champagnerschale vor allem zwischen 1930 und 1970 ihren Boom. Heutzutage etwas aus der Mode gekommen, verstaubt sie meist in Kellern und Wohnzimmerschränken. In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass Form und Öffnung des Glases in direkter Verbindung mit der Wahrnehmung von Aromen und Geschmacksnoten bei Still- und Schaumweinen steht. Trotz ihres luxuriös anmutenden Designs ist die Champagnerschale daher nicht für den Genuss von Champagner zu empfehlen, da sich durch die flache Schale die Perlage viel zu schnell verflüchtigt. Außerdem konzentriert die offene Form die subtilen Aromen und Duftnoten des Champagners nicht. Für einen ungetrübten und prickelnden Genuss empfehlen wir Ihnen daher hohe und schlanke Gläser in Tulpenform.

Champagnerschale Pompadour

Riesling, der nach Erdöl riecht

Riesling ist die unumstrittene Königin der Reben. Weltweit gehört die Rebsorte, die ihren Ursprung im Rheintal hat, zu den hochwertigsten und angesehensten Weintrauben der Welt. Kenner und Laien schätzen sie vor allem wegen ihren lebendigen und vielfältigen Aromen, die sich im Wein widerspiegeln. Ihr hoher Säureanteil macht Rieslingweine besonders langlebig: Sie sind ideal für eine Flaschenreifung über mehrere Jahre, gar Jahrzehnte hinweg. Nach einer gewissen Lagerzeit entwickelt der Riesling eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Erdöl- oder Petrolnote. Riesling aus wärmeren und sonnigeren Anbaugebieten entwickelt bereits nach relativer kurzer Lagerzeit eine leichte Erdölnote. Die Ursache liegt darin, dass die Rebe bei wärmeren Temperaturen sogenannte Carotinoide bildet, die als Schutz vor zu viel Strahlung in die Beerenhaut eingelagert werden. Da diese nicht stabil sind, entsteht während der Flaschenlagerung 1,1,6-Trimethyl-1,2-dihydronaphthalin, kurz TDN. Diese chemische Verbindung riecht in hohen Konzentrationen nach Erdöl. Bei jungem Wein wird eine zu starke Aromatik oft als Schwäche bewertet, weil sie die zarten, sortentypischen Aromen überdeckt. Bei älteren und hochwertigen Exemplaren kombiniert die dezente Petrolnote harmonisch mit den reiferen Geschmacksnoten von getrockneten Aprikosen, Honig und Bienenwachs.

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