Was entscheidet über den Preis eines Weines?

Von Katharina Raum

Warum gibt es günstige Weine für 2,00 € und andere, die so teuer wie ein Haus sind? Die schnelle Antwort wäre, dass teure Weine qualitativ besser sind, oder? (also im Allgemeinen „Qualität“). Diese Regel wird jedoch nicht immer erfüllt: Es gibt sehr gute Weine zu einem vernünftigen Preis. Es gibt aber auch sehr teure Weine, die möglicherweise ihren Preis nicht wert sind. Also, was oder wer entscheidet über den Weinpreis?

Der Endpreis einer Flasche Wein zeichnet sich durch verschiedene Variablen aus, die wir nachfolgend erläutern wollen:

Der Weinberg

Die Pflege eines Weinbergs ist sehr kostspielig. Nach einer großen Anfangsinvestition beim Kauf ist auch die Wartung des Weinguts mit hohen Kosten verbunden. So denken wir zum Beispiel an Maschinen, Werkzeuge und Produkte, die für die Pflege des Weinbergs notwendig sind. Darüber hinaus benötigt ein Weinberg viel Personal … die Arbeitskräfte müssen natürlich auch bezahlt werden. Landwirte, Agronomen und Winzer sind nur einige derjenigen, die an der Anfangsphase der Produktion beteiligt sind und dies wirkt sich natürlich direkt auf den Weinpreis aus.

Produktionsmenge

Dem Weingut entstehen durch die Ernte Fixkosten, wie Arbeitskräfte, Maschinen usw., die  in keiner direkten Proportion zur Menge des gesammelten Obstes und / oder zu den danach produzierten Flaschen stehen.
In einem Jahr, in dem die Ernte kleiner ausgefallen ist, müssen die Kosten gedeckt werden, indem der Preis für das Endprodukt erhöht wird. Wenn es jedoch reichlich Ernte gibt, steigt die Anzahl der produzierten Flaschen und der Preis muss somit nicht erhöht werden.

Techniken der Weinbereitung und des Weinanbaus

Die Weinbereitung ist das Verfahren, bei dem Trauben in Wein umgewandelt werden. Der Prozess ist mehr oder weniger immer der gleiche, aber die Techniken der einzelnen Weingüter können unterschiedlich sein (und sind es auch). Jede Technik hat ein bestimmtes Ziel, z. B. legt man mehr Wert auf die Menge oder aber auf die Qualität. Die Herstellung von Qualitätsweinen erfordert in der Regel Weinkenner, spezialisierte Winzer und manchmal Chemieingenieure, die Analysen anfertigen. Ein automatisierter und industrieller Prozess ist natürlich billiger, als wenn man jede einzelne Herstellungsphase von spezialisiertem Personal überwachen lässt, das kommt teuer.

Die Reifezeit im Weinbau ist auch mit endlosen Kosten verbunden. Je länger der Wein reift und gelagert wird, desto mehr Kosten entstehen dem Weingut. Ein Wein, der eine lange Reifezeit in Anspruch nimmt, kostet mehr, weil er nicht sofort verkauft werden kann. Man benötigt teure Materialien wie Fässer (eine Investition auf Zeit). Man benötigt auch Platz für die Lagerung all dieser Fässer, wodurch man jahrelang Kapital anlegen muss, bevor die Flaschen befüllt werden können …

Produktionsfläche und Weinkeller

Jeder Produktionsbereich hat spezifische Eigenschaften, wobei einige besser sind als andere. Es gibt historische Weinregionen, die aufgrund ihrer besonderen Bodenzusammensetzung, eines einzigartigen Mikroklimas oder einer sehr seltenen einheimischen Rebe jedes Jahr Weine von ausgezeichneter Qualität hervorbringen. In diesen besonderen Gebieten wird Wein nach alten Techniken und Traditionen hergestellt, welche die Winzer von Generation zu Generation weitergeben.

Um die Qualität ihrer Produkte zu gewährleisten, werden diese geografischen Gebiete (mit den Abkürzungen DOC, DOCG, IGT, IGP) durch strenge Vorschriften geschützt, die speziell für die Regulierung des Produktionsprozesses und der zulässigen Weinmengen gelten. Es handelt sich hier natürlich um Beschränkungen, die die Qualität des Produktes und des Gebiets schützen sollen, die Produktionskosten und damit der Weinpreis steigen dadurch jedoch.

Ein weiterer grundlegender Punkt ist das Weingut. Ein Weingut, das es geschafft hat, im Laufe der Zeit bestehen zu bleiben, sich einen guten Ruf aufzubauen und von den großen Weinkritikern geliebt wird, hat es verdient, belohnt zu werden.

Die Flasche

Die Flasche, der Korken und das Etikett bringen ebenfalls (beträchtliche) Kosten mit sich. Die Winzer wissen, dass die Qualität eines guten Leerguts die Qualität des Weins maßgeblich beeinflusst. Es ist auch nicht das Risiko wert, jahrelange Arbeit zunichtezumachen, nur weil man am Leergut sparen möchte.

Und zu guter Letzt ist da noch das Marketing. Ein wunderschönes Etikett, das vielleicht von einem Künstler entworfen wurde oder von einer berühmten Person unterschrieben wird, steigert natürlich den Umsatz … aber zuerst muss man investieren. Und man darf auch nicht die Kosten vergessen, die durch vorherige Zwischenhändler wie Großhändler, Kleinhändler, Vertriebspartner, Vertreter usw. angefallen sind.

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